Im Folgenden finden sich einige Linkhinweise zu Texten und weiteren Informationen zu der NS-Führerschule der deutschen Ärzteschaft in Alt Rehse, die sich in der NS-Zeit auf dem Gelände des heutigen Tollense Lebensparks befand. Zum Thema Alt Rehse müssten die zentralen im Internet verfügbaren Informationsquellen und Texte bis zum Jahr 2011 hier zu finden sein (über weitere Hinweise sind wir dankbar).

Außerdem haben wir auch noch allgemeine Links zum Thema NS-Medizin beigefügt. Diese Links zum Thema NS-Medizin sind nicht repräsentativ und schon gar nicht umfassend, sie liefern nur einige Anregungen für Möglichkeiten, sich weiter zu informieren.

Linkhinweise zur NS-Führerschule der deutschen Ärzteschaft Alt Rehse, die im Nationalsozialismus auf dem Gelände des heutigen Tollense Lebenspark bestand

Texte

Die Führerschule der deutschen Ärzteschaft Alt-Rehse
Maibaum, Thomas - Dissertation, Universität Hamburg, 2007
http://www.sub.uni-hamburg.de/opus/volltexte/2007/3457/pdf/Dissertation_Maibaum.pdf

Die »Führerschule der deutschen Ärzteschaft« in Alt Rehse
Peters, Anja - in: Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern, 6/2008
http://www.aerzteblatt-mvp.de/pdf/mv08_208.pdf

Die Führerschule der deutschen Ärzteschaft in Alt Rehse
Zapnik, Jörg
http://www.ns-eugenik.de/eugenik/sc1.htm

Zur Person und Bedeutung des Arztes Dr. Hans Deuschl (1891–1953) unter besonderer Berücksichtigung seiner Karriere in der Zeit des Nationalsozialismus
Boes, Wilhelm - Dissertation, FU Berlin, 2010
http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000008213/Diss_-_Boes.pdf
Dr. Hans Deuschl (* 21.07.1891 in Grafing bei München,  † 27.04.1953 in Starnberg) war Geschäftsführer des NSDÄB (Nationalsozialistischer Deutscher Ärzte Bund), verantwortlicher Herausgeber des Organs des NSDÄB »Ziel und Weg«, Stellvertreter und Duz-Freund des Reichsärzteführers Gerhard Wagner, Begründer und erster Leiter der »Führerschule der deutschen Ärzteschaft« in Alt Rehse, Leiter des Gesundheitswesens beim Kommissar des Ostministeriums in Reval und schließlich SS-Oberführer und Duz-Freund und »Bundesbruder« des Reichsführers-SS Heinrich Himmler. Damit war Deutschl ein prominenter ideologischer NS-Täter, der eine wesentliche Multiplikatorenrolle für die NS-Ideologie spielte. Wie viele andere der mitverantwortlichen »Systemträger« stellte sich Hans Deuschl nach dem Ende des NS-Unrechtsregimes seiner Mitverantwortung nicht – weil er sie weder sehen wollte noch konnte.

Links zu weiteren Texten aus Zeitungen und Zeitschriften finden sich bei den Quellenangaben des Hauptartikels zur NS-Führerschule Alt Rehse und zum Tollense Lebenspark.

Seiten von Initiativen & Institutionen

Verein für die Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse e.V.
http://www.ebb-alt-rehse.de

Linkhinweise zur Medizin im Nationalsozialismus

Diese Linkhinweise beanspruchen weder Repräsentativität noch Vollständigkeit. Sie sollen dazu dienen, die NS-Führerschule der deutschen Ärzteschaft in Alt Rehse, die im Nationalsozialismus auf dem Gelände des heutigen Tollense Lebensparks bestand, in den Gesamtkontext der rassistischen und biologistischen NS-Medizinpolitik zu stellen. Dazu haben wir hier eine Reihe Links zusammengestellt, die eine erste Annäherung an das Thema ermöglichen.

Überblicktexte zur NS-Medizin allgemein

Um einen ersten Überblich über die mörderischen Praxen der NS-Medizin zu erhalten, ist die Online-Enzyklopädie Wikipedia eine einfache Informationsmöglichkeit. Dort finden sich auch weitere Linkhinweise.

- Kinder-Euthanasie, http://de.wikipedia.org/wiki/Kindereuthanasie

- Kinderfachabteilungen, http://de.wikipedia.org/wiki/Kinderfachabteilung

- Aktion T4, http://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_T4

- Aktion 14f13, http://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_14f13

- Aktion Brandt, http://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_Brandt

- Liste von NS-Ärzten und Beteiligten an NS-Medizin, http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_NS-%C3%84rzten_und_Beteiligten_an_NS-Medizin

Konkrete Verbrechen der NS-Medizin

Um die Abläufe begreifen zu können, ist es sinnvoll, sich die Seiten zur Dokumentation der konkreten Orte des Mordens und des Gedenkens der Opfer anzuschauen:

- Die Gedenkstätte mit der umfangreichsten Dokumentation im Internet ist die Gedenkstätte Steinhof über die Morde in Wien, http://www.gedenkstaettesteinhof.at/

- Andere Gedenkstätten lassen sich finden über http://www.ns-gedenkstaetten.de/gedenkstaetten-bundesweit.html

Zusammenhänge von NS-Medizin, Verbrechen der Medizin und medizinische Forschung im NS

Der Zusammenhang zwischen medizinischem Massenmord und der medizinischen Forschung im NS, politischer Funktionalität, strukturellen Bedingungen und der Ideologie wird ausführlich dokumentiert mit vielen wissenschaftlichen Arbeiten auf den Seiten der Präsidentenkommission »Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus« (http://www.mpiwg-berlin.mpg.de/KWG/publications.htm, Preprints am unteren Ende der Seite).

Die Texte lassen aber die personellen Kontinuitäten der in der medizinischen Forschung Verantwortlichen bis in die Zeit der Bundesrepublik und der DDR hinein außen vor. Auch die Weiterverwendung des durch Massenmord erlangten Forschungsmaterials wird eher in anderen Texten thematisiert. Dazu ist z. B. ein Rückgriff auf die Lebensdaten von NS-Medizinern in der Online-Enzyklopädie Wikipedia hilfreich:

- Werner Catel, http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Catel

- Hans Heinze, http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Heinze

- und viele andere …

Leider war die Straflosigkeit für die Täter und die fortgesetzte Karriere eher die Regel. Hier bewährten sich die Seilschaften der Täter, wie sie z. B. in Alt Rehse während der NS-Zeit gebildet wurden, während die Opfer weiter durch die gleichen Seilschaften ausgegrenzt wurden. Eine Aufarbeitung dieses Skandals erfolgte in der Bundesrepublik vor allem durch den Journalisten Ernst Klee:

- Wer Täter ehrt, mordet ihre Opfer noch einmal, http://www.irren-offensive.de/rede_ernstklee.htm

- Vom deutschen Ruhm, http://www.zeit.de/2003/40/A-DBE?page=all

- Ernst Klee, http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Klee

Kritische Bezüge heute

Bestimmte Teile der der NS-Medizin zu Grunde liegenden Annahmen über krank und gesund, Normalität und Ausschluss, gründeten auf sehr viel älteren ideologischen Grundlagen, die bis heute z.B. in der Psychiatrie an vielen Stellen wirken. Eine Bewegung, die sich kritisch mit dieser Tradition der Medizin auseinandersetzt ist die Antipsychiatriebewegung, siehe zum Beispiel http://www.antipsychiatrie.de/ und http://www.irrenoffensive.de/.

Bezüglich der Gentechnologie wird diese kritische Reflektion in Deutschland vor allem vom GeN (Gen-ethisches Netzwerk, http://www.gen-ethisches-netzwerk.de) und vom Verein BioSkop (Forum zur Beobachtung der Biowissenschaften und ihrer Technologien e.V.,  http://www.bioskop-forum.de) geleistet.

Interessante Texte zum Thema aktueller und historischer Begriffs- und Sprachverwendung, teilweise auch mit Bezügen zur Medizin, finden sich immer wieder auf den Seiten des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung, http://www.diss-duisburg.de/index.htm.

Dissertationen

Für ausführliche Hintergrundinformationen finden sich auf diversen Seiten Dissertationen und andere längere Texte zu Einzelbereichen. Hier wollen wir nur einige Beispiele nennen.

»Rassenpflege im völkischen Staat«: Vom Verhältnis der Rassenhygiene zur nationalsozialistischen Politik
Rickmann, Anahid S. - Inaugural-Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, 2002
http://hss.ulb.uni-bonn.de:90/2002/0091/0091.pdf

Zwangssterilisationen von Mädchen und Frauen während des Nationalsozialismus – eine Analyse der Krankenakten der Universitäts-Frauenklinik Halle von 1934 bis 1945
Grimm, Jana - Dissertation, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, 2003
http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?idn=97161587x&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=97161587x.pdf

Alltag und Praxis der Zwangssterilisation – Die Berliner Universitätsfrauenklinik unter Walter Stoeckel 1942–1944
Doetz, Susanne - Dissertation, Charité
http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000008238/Die__Universit%C3%A4tsfrauenklinik_e-Version.pdf
Die Autorin untersucht die Lebenswirklichkeiten der an der I. Berliner Universitätsfrauenklinik zwangssterilisierten Frauen und stellt den Arbeitsalltag der an diesen Maßnahmen beteiligten Institutionen dar. Neben der Frauenklinik zählten hierzu die Gesundheitsämter und das Berliner Erbgesundheitsgericht. Die Berliner Universitätsfrauenklinik gehörte zu den zur Unfruchtbarmachung ermächtigten Anstalten, führte diese aber bereits vor ihrer offiziellen Zulassung durch. Zwischen 1934 und 1944 wurden an der Klinik mindestens 129 eugenisch indizierte Sterilisationen durchgeführt, zumeist gegen den Willen der betroffenen Frauen. So fanden sich auch Hinweise auf den Eigen-Sinn der betroffenen Frauen bzw. ihrer Angehörigen. Die Zuweisung »minderwertig« wurde keinesfalls widerspruchslos hingenommen. Sowohl damalige Krankheits- und Körperkonzepte als auch die Bedeutung der Vererbung und das Primat der Volksgemeinschaft wurden von den Betroffenen in Frage gestellt.

»Leuchten wir mal hinein ...«: Das Waldhaus Charlottenburg in Sommerfeld/Osthavelland 1905–1945 – Ein Stück Berliner Tuberkulosemedizin
Schmidt, Andreas - Dissertation, FU Berlin
http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000001516
Für die Zeit der Weimarer Republik war die Anstalt konzeptionelles Vorbild der Modernisierung der deutschen Heilstätten. In der Konsequenz entwickelte sich ein neuer Typus Tuberkulosearzt. Für die Zeit der NS-Herrschaft wird der Umfang der rassistischen Tuberkulosepolitik aufgezeigt. Anhand des Waldhauses konnte deren Einfluss auf eine Krankenanstalt dargestellt werden und eine individuelle Einschätzung erfolgen. So waren in jedem Bereich der Tätigkeit des Waldhauses weitgehende Auswirkungen und darüber hinaus eine starke Akzeptanz durch die Klinikleitung festzustellen. Dazu zählen die Terrorisierung im Klinikalltag, die partielle Ideologisierung des Versicherungswesens, die ärztliche Mitarbeit im Zuge der totalitären Tuberkulosebekämpfung oder die partielle Patientenselektion bezüglich Belegung und Therapie. Zudem war das Waldhaus das Zentrum der deutschen Vererbungsforschungen zur Tuberkulose. Für die beiden dominierenden Anstaltsärzte können darüber hinaus Kontakte zu den Machtzellen nachgewiesen werden, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit begingen. Für das Jahr 1940 existiert die Vermutung der wilden Euthanasie an Patienten der Anstalt.

»Du hast die Pflicht gesund zu sein.« Der Gesundheitsdienst der Hitler-Jugend 1933 bis 1945
Beddies, Thomas - Habilitation, Charité, 2009
http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000005709/Beddies_Habil_zusammengef%C3%BChrt.pdf
Die »Gesundheitsführung« der Jugend galt im NS-Staat als politisch-ideologische Aufgabe und war in ein System »totaler Erziehung« eingeordnet, in dem Jugendärzte als »Kameraden der Jugend« von medizinischer Seite her in die Entwicklung und Ausbildung der gesunden Jugend eingreifen sollten. Diese Programmatik und die konkreten Ausprägungen der völkischen Utopie vom »Neuen Menschen« werden am Beispiel des Gesundheitsdienstes der Hitler-Jugend untersucht und beschrieben.

»Gedenke, daß du eine deutsche Frau bist!« Die Ärztin und Bevölkerungspolitikerin Ilse Szagunn (1887–1971) in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus.
Sach, Louisa - Dissertation, FU Berlin, 2006
http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000002304
Ilse Szagunn, eine frühe Ärztin und Frauenrechtlerin, ist ein interessantes Beispiel für die Verbindung und Wandlung einer konservativen Reformerin. Sie gab Schulungskurse zur NS-Rassen- und Gesundheitspolitik und sie war bereits in der Weimarer Republik eine erklärte Abtreibungsgegnerin und hatte sich schon vor 1933 für die Zwangssterilisation stark gemacht.

Professor Dr. med. Max Mikorey (1899–1977) – Leben und Werk eines Psychiaters an der Psychiatrischen und Nervenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München
Weidmann, Andreas Michael - Dissertation, Technische Universität München 2006
http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?idn=985442786&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=985442786.pdf

»Der Sport ist der praktische Arzt am Krankenlager des deutschen Volkes« Wolfgang Kohlrausch (18881980) und die Geschichte der deutschen Sportmedizin
Uhlmann, Angelika - Inaugural-Dissertation, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br., 2004
http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/1590/pdf/W._Kohlrausch_12.1.05.pdf

›Objekt‹ Mensch. Körper als Ikon und Ideologem in den cineastischen Werken Leni Riefenstahls. Ästhetisierter Despotismus oder die Reziprozität von Auftragskunst und Politik im Dritten Reich.
Grote, Stefanie - Dissertation, Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder), 2004
http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?idn=974673730&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=974673730.pdf
Die Dissertation, die sich kritisch mit der NS-Filmemacherin Leni Riefenstahl auseinandersetzt, zeigt auch die Zusammenhänge zwischen Körperfetisch und Gesundheitsideologie im NS auf.

Allgemeine Informationsseiten

Informationen zum Nationalsozialismus, dem Holocaust und die Bezüge zur Medizin finden sich ebenfalls über das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW, http://www.doew.at/), über die Webseite des United States Holocaust Memorial Museum (http://www.ushmm.org/) und über Shoa.de (http://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/).